FDP hält an Wohnraum-Initiative fest

Die FDP Einsiedeln sieht in der Initiative «Bauland besser nutzen, Landschaft schützen» (kurz: Wohnraum-Initiative) eine einfache und unbürokratische Möglichkeit, rasch zusätzlichen Wohnraum zu schaffen – insbesondere auch für Familien in den Vierteln. Trotz der ablehnenden Empfehlung des Bezirksrats hält die FDP an ihrer Initiative fest.

Bezirksrat empfiehlt Ablehnung

Zwar anerkennt der Bezirksrat, dass die FDP-Initiative zusätzlichen Wohnraum innerhalb der bestehenden Bauzonen schaffen und Planungs- sowie Baukosten senken würde. Dennoch empfiehlt er die Wohnraum-Initiative zur Ablehnung und will stattdessen auf eine «gezielte und qualitätsvolle Innenentwicklung» setzen. Wo und in welchem Umfang diese erfolgen soll, lässt er jedoch offen. Nach dem Zeitplan des Bezirks könnte die Bevölkerung frühestens in 5 bis 7 Jahren im Rahmen einer Zonenplanrevision über diese Innenentwicklung abstimmen. Bis dahin sollen die bestehenden Zonenreserven genutzt werden.

Was verlangt die FDP-Wohnraum-Initiative?

Die Wohnraum-Initiative fordert ein verschlanktes Baureglement sowie die Abschaffung der Überbauungsziffer in den Wohnzonen sowie in den gemischten Wohn- und Gewerbezonen des Bezirks Einsiedeln. Dadurch könnte bereits eingezontes Bauland effizienter genutzt werden. Unverändert bestehen bleiben sämtliche Schutz- und Abstandsvorschriften, insbesondere: Grenzabstände, Gebäudeabstände, Gebäudehöhen, Strassenabstände, Gewässerräume. Die Initiative bedeutet somit keine Deregulierung auf Kosten der Lebensqualität. Sie ermöglicht vielmehr mehr Wohnraum innerhalb der bestehenden Wohnbauzonen, ohne zusätzliches Kulturland oder wertvolle Landschaft zu überbauen. 

Mehr Wohnraum für einheimische Familien

Von der Initiative profitieren würden vor allem die Einsiedler Viertel sowie einzelne Gebiete in Einsiedeln Nord (unter anderem Teile von Furrenmatte, Horgenberg, Gerbe, Wasenmatte, Raffeln, Schnabelsberg). Der Dorfkern Einsiedeln und anliegende Gebiete wären hingegen kaum betroffen. Dafür gibt es zwei Gründe:

  • Im Dorfkern gilt die Dorfkernzone. Dort kommt nicht die Überbauungsziffer, sondern die Freiflächenziffer zur Anwendung, welche von der Initiative nicht verändert wird.
  • Im und um den Dorfkern bestehen vielerorts Gestaltungspläne. Bestehende Gestaltungspläne unterstehen nicht dem aktuellsten ordentlichen Baureglement und wären von der Initiative – also dem geänderten Baureglement – nicht betroffen.

Ebenfalls nicht betroffen sind Wohnbauten ausserhalb der Bauzone, beispielsweise Bauernhöfe.

«Mit der Initiative erhalten Eigenheimbesitzer die Möglichkeit, auf ihren bestehenden Grundstücken zusätzlichen Wohnraum zu schaffen – beispielsweise durch eine Einliegerwohnung oder eine zusätzliche Wohneinheit für die nächste Generation», sagt FDP Präsident Sebastian Oechslin. Gerade ältere Ehepaare könnten so in eine kleinere Einliegerwohnung umziehen, während das bestehende Haus für ihre Kinder und deren Familien frei würde. Die Initiative erleichtert damit generationenübergreifendes Wohnen und stärkt die Wohnraumversorgung für Einheimische.

Der Wohnungsnot wirksam entgegenwirken

Einsiedeln leidet heute unter einer akuten Wohnungsnot. Die Leerwohnungsziffer liegt deutlich unter einem Prozent – ein klares Zeichen dafür, dass dringend zusätzlicher Wohnraum benötigt wird.
«Am 29. November 2026 kann die Einsiedler Stimmbevölkerung an der Urne entscheiden, ob sie die Wohnraum-Initiative annehmen und damit rasch und unbürokratisch zusätzlichen Wohnraum ermöglichen will. Oder ob sie dem Vorschlag des Bezirksrats folgen und weitere 5 bis 7 Jahre, oder vielleicht noch länger, auf eine noch unklare Zonenplanrevision warten möchte», führt Kantonsrat Reto Keller aus.